Folgende Darstellung soll dem Rechtsuchenden Klarheit über die Abrechnungspraktiken der Rechtsanwälte verschaffen:

I. Die Vergütung des Rechtsanwaltes für seine Tätigkeit bemisst sich grundsätzlich nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz und dem Vergütungsverzeichnis:

a) In der Regel wird eine Gebühr von 1,3 erhoben. In einfachen Fällen liegt diese zwischen 0,3 und 1,3 und nur in sehr schwierigen und besonders umfangreichen Fällen liegt diese über 1,3.
Was sollen diese Zahlen darstellen? – Es gibt eine gesetzliche Regelung, in der man je nach Gegenstandswert diese Gebühren ermitteln kann.
Was ist ein Gegenstandswert? - Der Betrag, die Summe oder Wert der Sache, um die gestritten wird.

Ein Paar Beispiele: Man bekommt eine Rechnung über 600 €, dann liegt der Gegenstandswert bei 600 €; Man hat eine Vase zerbrochen, diese ist 320 € Wert, so ergibt sich der Gegenstandswert in Höhe von 320 €.
Tabelle:

Gegenstandswert:    1, 3 Gebühr:
   
Bis 500 € 58,50 €
Bis 1.000 €  104,00 €
Bis 1.500 €  149,50 €
Bis 2.000 €  195,00 €
Bis 3.000 €  261,30 €

b)Zu diesem Betrag kommt eine Post- und Telekommunikationspauschale – ein Betrag, den der Rechtsanwalt für die ihm entstandenen Kosten verlangen darf: Telefon, Fax, Porto, Kopien u.a. Dieser Betrag darf 20 € nicht übersteigen.
c)Schließlich ist noch die Umsatzsteuer zu bezahlen - 19 %. Diese wird von dem Rechtsanwalt an das Finanzamt abgeführt.

II. Es besteht außerdem die Möglichkeit mit dem Rechtsanwalt eine Vergütungsvereinbarung abzuschließen. Mit dieser ist die Bezahlung pro Stunde gemeint. Manche Rechtsanwälte arbeiten nur mit Vergütungsvereinbarungen, andere treffen diese Vereinbarungen nur für bestimmte Rechtsgebiete wie z.B.: Strafrecht oder bestimmte Leistungen: Erstberatung.

Oft stellt sich die Frage, wann eine solche Vereinbarung sinnvoll ist? – insbesondere in den Fällen, in welchen es sich um hohe Gegenstandswerte handelt.
Was bringt es dem Mandanten diese abzuschließen? - Diese Vereinbarungen sind für den Mandanten transparenter, da ein Aufwands- und Zeitnachweis erfolgt.

III. Die Kosten entstehen je nach Art der Vorgehensweise in unterschiedlicher Höhe: außergerichtliche Vertretung, Mahnverfahren, gerichtliche Vertretung. Wichtig ist, dass der Rechtsanwalt den Mandanten über die nächsten Schritte informiert und der Mandant entscheidet, ob er seine Rechte weiterverfolgen möchte.

Grundsätzlich ist der Rechtsanwalt nicht verpflichtet den Mandanten von sich aus über die Höhe der Gebühren aufzuklären. Wenn der Mandant aber ausdrücklich danach fragt, muss der Rechtsanwalt Auskunft erteilen.

 

Erste Beratung:

Die erste Beratung erfolgt entgegen dem verbreiteten Mythos ausschließlich gegen eine Vergütung. Die Höhe der Vergütung richtet sich nach den Umständen des Einzelfalls. Die Gebühr für die Beratung wird auf eine Gebühr für eine sonstige Tätigkeit, die mit der Beratung zusammenhängt, angerechnet.

§ 34 RVG Beratung, Gutachten und Mediation

(1) Für einen mündlichen oder schriftlichen Rat oder eine Auskunft (Beratung), die nicht mit einer anderen gebührenpflichtigen Tätigkeit zusammenhängen, für die Ausarbeitung eines schriftlichen Gutachtens und für die Tätigkeit als Mediator soll der Rechtsanwalt auf eine Gebührenvereinbarung hinwirken, soweit in Teil 2 Abschnitt 1 des Vergütungsverzeichnisses keine Gebühren bestimmt sind. Wenn keine Vereinbarung getroffen worden ist, erhält der Rechtsanwalt Gebühren nach den Vorschriften des bürgerlichen Rechts. Ist im Fall des Satzes 2 der Auftraggeber Verbraucher, beträgt die Gebühr für die Beratung oder für die Ausarbeitung eines schriftlichen Gutachtens jeweils höchstens 250 Euro; § 14 Abs. 1 gilt entsprechend; für ein erstes Beratungsgespräch beträgt die Gebühr jedoch höchstens 190 Euro.
(2) Wenn nichts anderes vereinbart ist, ist die Gebühr für die Beratung auf eine Gebühr für eine sonstige Tätigkeit, die mit der Beratung zusammenhängt, anzurechnen.

 

Rechtsanwaltskanzlei Damer & Thomas , Gärtnerstraße 17 , 77933 Lahr

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